Hochzeiten
Unplugged-Hochzeit: Einladungen mit den richtigen Worten
Eine Unplugged-Hochzeit verbietet keine Handys, sie bittet um Aufmerksamkeit. Hier stehen die Sätze, die ihr in die Einladung schreiben könnt.
Send The Joy · 2. Oktober 2026 · 3 Min. Lesezeit

Die Zeremonie läuft seit zwei Minuten. Der Redner sagt gerade den Satz, den ihr euch monatelang überlegt habt, und in der dritten Reihe geht ein Display an. Vor euch verschwindet ein Gesicht hinter einem Handy, das den Moment filmt, statt ihn zu erleben. Später habt ihr vierzig Videos und keine klare Erinnerung daran, wie die Gesichter aussahen, als ihr Ja gesagt habt.
Eine Unplugged-Hochzeit ist kein Handyverbot. Sie ist die Bitte um zwanzig Minuten Aufmerksamkeit, für die Trauung und nicht für den ganzen Tag. Damit sie funktioniert, muss sie vorher kommen. Nicht als Schild an der Tür, wenn alle schon sitzen.
Was in der Unplugged-Hochzeit-Einladung steht
Eine Zeile genügt, wenn sie das Richtige sagt. „Wir wollen euch sehen, nicht filmen: während der Zeremonie bleiben die Handys in der Tasche.“ Damit ist klar, was gemeint ist, und es klingt nach Bitte, nicht nach Hausordnung. „Handyverbot“ klingt nach Strafe und wird gern überhört. Wenn ihr könnt, sagt auch warum, und zwar positiv: „Wir wollen eure Gesichter sehen, nicht eure Bildschirme.“ Kurz ist besser als lang: Je kürzer die Bitte, desto eher wird sie gelesen.
- Satz für die Einladung: „Wir wollen euch sehen, nicht filmen. Während der Zeremonie bleibt das Handy in der Tasche.“
- Für die Traurednerin oder den Trauredner: „Das Paar bittet darum, die Handys bis zum ersten Kuss wegzulegen.“
- Kleines Schild am Gang: „Zeremonie ohne Bildschirme. Danke, dass ihr da seid.“
- Nachricht in die Gruppe: „Denkt dran: Unplugged bis zum ersten Kuss. Danach so viele Fotos, wie ihr wollt.“
Wo und wann ihr es sagt, ohne Spannung zu erzeugen
Nennt den Zeitpunkt genau: die Trauung, nicht die ganze Feier. Dann weiß jeder, dass beim Sekt danach das Handy raus darf. Und niemand hat das Gefühl, dass ihm für den Rest des Abends etwas verboten wurde.
Sagt es in der Einladung selbst, nicht nur auf einem Schild am Eingang. Wer es beim Zusagen liest, wird nicht überrascht. Die Traurednerin oder der Trauredner wiederholt es kurz vor dem Ja-Wort, ein freundlicher Satz reicht. Am Gang hängt dann nur ein kleines Schild mit derselben Zeile, kein Plakat, das aussieht wie am Flughafen.

Sagt es einmal freundlich, bevor die Zeremonie beginnt. Dann müsst ihr es während der Zeremonie nie sagen.
Unplugged heißt nicht: keine Fotos
Ihr verzichtet nicht auf Bilder, ihr müsst nur nicht selbst fotografieren. Beauftragt jemanden, der den Ablauf kennt, oder engagiert eine Fotografin, und sagt ihr vorher, dass sie während der Trauung die einzige mit Kamera ist. Wer die Bilder macht, soll wissen, was gilt. Achtet auch auf Gäste, die gern knipsen: Bittet sie vor der Zeremonie kurz, die Kamera wegzulegen, nicht mitten in der Trauung. Für die Oma, die ein Foto mit euch will, gibt es danach einen Moment, in dem alle dürfen.
Warum eine digitale Einladung die Bitte wachhält
Die Unplugged-Bitte steht in der Einladung, und die Einladung ist bei den Gästen. Bei einer digitalen Einladung ändert ihr den Satz, die Uhrzeit oder den Ort jederzeit im Editor, der Link bleibt derselbe und niemand muss etwas neu verschicken. Die Zusagen landen in einer Liste innerhalb der Einladung, nicht in hundert WhatsApp-Verläufen.
Eine Unplugged-Hochzeit beginnt also nicht beim Schild, sondern bei euren Worten. Schreibt die Zeile, die zu euch passt, probiert sie in der Einladung gratis aus und ändert sie so lange, bis sie sich nach euch anhört. Danach schaut ihr euch die Trauung an, nicht euer Handy.



