Hochzeiten
Etikette für Hochzeitseinladungen: Du oder Sie 2026
Du oder Sie in der Hochzeitseinladung: wie du dich für ein Register entscheidest, Namen richtig schreibst und Uhrzeit, Ort und Dresscode so notierst, dass niemand nachfragen muss.
Send The Joy · 5. Oktober 2026 · 3 Min. Lesezeit

Der Laptop steht offen auf dem Küchentisch, du zeigst den ersten Entwurf. Auf der Titelseite steht »Wir heiraten«, im Schlusssatz dann »Wir laden Sie herzlich ein, mit uns zu feiern«. Eine Zeile duzt, die andere siezt — und genau da fängt die Etikette für Hochzeitseinladungen an.
So etwas fällt auf, auch wenn es niemand benennen kann. Die Anrede bestimmt, wie jede andere Zeile gelesen wird: Uhrzeit, Ort, Dresscode, Schlusssatz. Wer du und Sie mischt, klingt nicht locker und nicht förmlich, sondern unentschieden. Und sie entscheidet, ob die Einladung nach einer Einladung klingt oder nach einem Formular.
Etikette für Hochzeitseinladungen: ein Register, nicht zwei
Entscheide dich für du oder Sie und halte es durch. Eine brauchbare Regel für Deutschland, Österreich und die Schweiz: Du passt, wenn Freunde, Cousins und Kollegen die Mehrheit stellen. Sie passt, wenn die Familie deiner Eltern, Vorgesetzte oder Geschäftspartner dabei sind. Beides ist richtig. Gemischt wirkt es nur dann nicht störend, wenn eine klare Regel dahintersteht. Wer siezt, siezt auch die Dankeszeile am Ende.
- Immer du oder immer Sie — auch im letzten Satz.
- Bei gemischter Gästeliste: Sie in den formellen Zeilen wie Datum, Ort und Ablauf, du in den erzählenden Szenen.
- Alle Gäste öffnen denselben Link. Die Anrede muss also für die ganze Liste funktionieren, nicht nur für den Lieblingscousin.
- Wenn du unsicher bist, schau auf die letzte Einladung, die du bekommen hast, und darauf, wie man dich darin genannt hat.
Namen auf die Titelseite, Titel nicht
Auf die Titelseite gehören die Namen, sonst nichts. In Deutschland, Österreich und der Schweiz schreibst du üblicherweise Vor- und Nachnamen aus, ohne »Herr« oder »Frau« davor. Ein »Herr« in der Überschrift sieht nach Behördenbrief aus, nicht nach Hochzeit.
Ob ein Doktortitel oder ein Magistertitel auf der Einladung steht, entscheidet ihr selbst. Wenn überhaupt, gehört er in eine Zeile im Text und nicht in den Namen in der Überschrift. Und wenn deine Eltern die Feier mit ausrichten, werden sie dadurch nicht zu Gastgebern im Titel: Sie bekommen am Ende eine eigene Zeile mit ihren vollen Namen.

Etikette heißt hier nicht, dass alles förmlich wird. Sie heißt, dass niemand nachfragen muss.
Uhrzeit, Ort und Dresscode ohne Rückfragen
Schreib die Uhrzeit vollständig aus: »20:30 Uhr« statt »abends«. Setz die Adresse direkt darunter, dann braucht niemand eine zweite Nachricht mit dem Weg. Hat das Lokal zwei Eingänge, schreib dazu, welcher gemeint ist. Beim Dresscode hilft eine echte Referenz: »dunkler Anzug«, »Cocktail« oder »festlich, aber bequem«. Das Wort »elegant« allein sagt niemandem, ob die Sneaker bleiben dürfen. Und schreib dazu, was nach dem Essen passiert — Sitzordnung oder Bar. Dann weiß jeder, ob die Schuhe bis zum letzten Lied durchhalten.
Änderungen sind kein Drama: In einer digitalen Einladung bearbeitest du Uhrzeit, Ort, Karte oder Dresscode direkt im Browser, der Link bleibt derselbe, und die Gäste sehen die aktuelle Fassung, wenn sie ihn öffnen. Anrede, Namen, Datum und Schlusssatz liegen in getrennten Feldern — du legst dich einmal fest und ziehst es durch. Im Testmodus gestaltest du die Titelseite kostenlos, nach dem Kauf sind alle Szenen offen. Fang mit der Anrede an, der Rest wird dadurch leichter.



