Hochzeitstage
Einladungen zum Hochzeitstag: Etikette ohne Fehler
Was in eine Einladung zum Hochzeitstag gehört und was nicht: Namen, Uhrzeit, Dresscode und Frist. Etikette klärt die Fragen, bevor Gäste sie stellen.
Send The Joy · 6. Oktober 2026 · 3 Min. Lesezeit

Sonntagabend, kurz vor dem Anruf beim Restaurant: Auf dem Küchentisch liegt ein Notizblock, daneben die Nummer der Cousine. Auf drei Zetteln stehen dieselben vier Fragen. Kommen die Kinder mit? Was zieht man an? Bis wann muss ich zusagen? Und war das jetzt sieben Uhr oder halb acht? Vier Fragen zur Etikette bei Einladungen zum Hochzeitstag, die niemand am Telefon beantworten will.
Dabei reicht eine Einladung, die ihre Arbeit macht. Ein Hochzeitstag ist ein Abend mit sechs Angaben: wer einlädt, was gefeiert wird, wann, wo, in welcher Kleidung – und bis wann zurückgemeldet wird. Steht das da, fragt niemand nach. Fehlt eine Angabe, kommen die vier Anrufe zurück.
Etikette für die Einladung zum Hochzeitstag: sechs Angaben, mehr nicht
Schreib die sechs Angaben in dieser Reihenfolge, dann liest sie jeder in zwanzig Sekunden. Die erste Zeile trägt den Abend, die zweite die Namen, die dritte den Rahmen. Verzierungen kommen später, wenn überhaupt.
- Datum, Uhrzeit und Ort in einer Zeile: «Samstag, 14. Juni, 19:30, Anstoßen um 20:00». So kommt niemand zwei Stunden zu früh, weil er ein Abendessen erwartet hat.
- Wer einlädt und wer feiert, ausgeschrieben und ganz am Anfang: die Namen des Paares, das silberne Hochzeit feiert, oder die der Gastgeber. Keine Abkürzung, kein «J.» für Josef.
- Was gefeiert wird und in welchem Rahmen: ein Essen an einer langen Tafel für zwanzig oder ein offener Empfang für achtzig. Davon hängen Kleidung und Mitbringsel ab.
- Die Adresse mit einem Link fürs Navi. «Bei uns im Garten» hilft nur den Gästen, die schon einmal da waren.
Namen ausschreiben – oder gar nicht
«Anna und Familie» ist eine offene Zahl. «Anna Berger und Begleitung» ist eine Person. Entscheide dich für eine Form und bleib dabei, sonst stimmt die Tafelrunde nicht. Ein abgekürzter Vorname kostet dich eine WhatsApp-Nachricht, und diese Nachricht ist schon der Beweis, dass die Einladung nicht gereicht hat.
Was nicht hineingehört: die Geschenkeliste, der Kostenbeitrag pro Person und die Rechnung. Ein Satz genügt – «Euer Kommen ist das Geschenk» oder «Sagt Bescheid, wenn ihr etwas beitragen wollt». Kontodaten haben in einer Einladung nichts zu suchen. Und ein Abend ohne Kinder klingt als Plan besser als als Verbot: «ein Essen für alle, die vor fünfundzwanzig Jahren dabei waren» statt «keine Kinder».

Eine Einladung, die Namen ausschreibt, Zeiten nennt und eine Frist setzt, macht aus vier Fragen einen Abend.
Dresscode in zwei oder drei Worten
«Smart casual» versteht jeder, «elegant, aber bequem» übersetzt jeder anders. Zwei oder drei Worte reichen. Wenn ein Farbwunsch dazukommt, gib den Grund in drei Worten mit – ein verbotener Farbton ohne Kontext klingt nach Laune. Und wenn es wirklich keine Vorgabe gibt, schreib «kein Dresscode» hin. Das ist nützlicher als Schweigen, denn Schweigen erzeugt drei Chats mit derselben Frage.
Rückmeldung: ein Datum, kein Bittbrief
Setz eine Frist mit Puffer. Fragt das Restaurant am 5. nach der Endzahl, dann steht in der Einladung der 28. des Vormonats. Ein Kanal reicht – ein Link, eine E-Mail, eine Nummer; drei Kanäle erzeugen doppelte Antworten und keine Gewissheit. Und schreib genau, was du wissen musst: «Bitte bis 28. zusagen und sagen, ob du allein oder zu zweit kommst.» Stehen die Angaben, ist die Etikette erledigt: keine Nachfragen, keine Telefonate. Eine digitale Einladung passt dazu, weil sie unter einem eigenen Link lebt – Uhrzeit, Ort oder Dresscode lassen sich später ändern, ohne dass jemand etwas neu verschickt, und die Rückmeldungen landen auf derselben Seite.



