Galadinner
Glutenfreies Galadinner: die Einladung sagt es zuerst
Wer Zöliakie hat, entscheidet an einer Zeile, ob er zur Gala kommt. Hier steht, wie dieser Satz lautet, wo er hingehört und was Brotkorb und Toast damit zu tun haben.
Send The Joy · 3. Oktober 2026 · 3 Min. Lesezeit

Es ist elf Uhr abends. Deine Gäste liegen auf dem Sofa, öffnen den Link und lesen: Galadinner, Samstag, 19 Uhr, festliche Kleidung. Alles klar – bis auf einen Punkt. Auf dem Handy steht nichts über das Essen. Wer Zöliakie hat, schreibt jetzt eine Nachricht und fragt nach. Du bekommst sie, während du gleichzeitig beim Caterer nachfragst.
Diese Nachricht kannst du dir sparen. Ein glutenfreies Menü ist keine Extrawurst, sondern für manche Gäste die Bedingung dafür, überhaupt zuzusagen. Die Einladung ist der einzige Ort, an dem du das vorher klärst, ohne zwanzig einzelne Chats zu führen. Ein Satz reicht dafür aus, und er kostet dich weniger Zeit als eine einzige Rückfrage.
Das glutenfreie Menü gehört in die Einladung, nicht auf den Tisch
Wer Zöliakie hat, entscheidet Wochen vorher. Steht nur „Galadinner“ da, muss er nachfragen. Steht da „Der Hauptgang kommt ohne Gluten, die Küche nutzt eine eigene Fritteuse“, sagt er zu, ohne eine Zeile zu schreiben. Der Unterschied ist ein Satz – und der gehört dorthin, wo auch Uhrzeit und Ort stehen. Nicht in eine Fußzeile, die am Handy niemand aufzoomt.
- Das Menü steht neben Ort und Uhrzeit, nicht als Kleingedrucktes am Ende.
- „Es gibt glutenfreie Optionen“ löst Rückfragen aus. „Der Fisch kommt ohne Gluten“ beantwortet sie sofort.
- Die Frist mit Tag und Monat: „bis 12. Juni“, nicht „ein paar Tage vorher“.
- Ein Kontakt mit Namen: E-Mail oder Telefon einer Person, nicht „die Organisation“.
Die genaue Zeile – und wo sie steht
Ein nüchterner Satz funktioniert besser als jede Warnung: „Glutenfreies Menü möglich; melde dich bis 12. Juni bei den Gastgebern.“ Keine Großbuchstaben, keine drei Ausrufezeichen. Der Satz gehört in das Textfeld der Dinner-Szene, direkt neben Ort und Uhrzeit. Kurz, konkret, mit Datum.
Der Dresscode ist für den Anzug da, nicht für die Unverträglichkeit. Und wenn es zwei Menüs gibt, benenne sie gleich: „Galadinner“ und „Galadinner glutenfrei“. Gleiche Schrift, gleiche Größe. Dann liest es sich wie zwei Möglichkeiten und nicht wie eine Ausnahme. So muss sich niemand erklären.

Eine Zeile über das Essen erspart dir zwanzig Nachrichten und deinem Gast die peinliche Rückfrage.
Brot, der erste Toast und was oft vergessen wird
Zwei Momente fallen fast immer durch: der gemeinsame Brotkorb und der Toast zum ersten Anstoßen. Beim Brotkorb greift der Gast mit Zöliakie nicht zu, beim Toast bleibt das Glas unten. Beides lässt sich vorher mit der Küche klären. Ein eigenes Brot, ein eigener Toast – zwei Minuten Arbeit, zwei Momente, die dann für alle funktionieren. Gibt es ein Büfett, stell ein kleines Schild neben das glutenfreie Brot: nur die Bezeichnung, keine Erklärung.
Was das RSVP kann – und was nicht
Die Zusagen kommen in der Einladung selbst an, in einer geordneten Liste. So weißt du, wer kommt und wie viele Personen. Die Frage nach dem glutenfreien Teller läuft nicht darüber, sondern über den Kontakt, den du in den Einladungstext schreibst: eine Person, eine E-Mail-Adresse, ein Datum. Ändert die Küche später etwas am Menü, bearbeitest du die Einladung – der Link bleibt derselbe. Niemand bekommt eine neue Nachricht, niemand druckt etwas nach. Schreib den Satz noch heute hinein, mit Frist und Namen. Dann liest dein Gast am Samstag nicht die Frage, sondern die Antwort.



