Inspiration
Digitale Einladung: Übersetzung prüfen vor dem Versand
Eine digitale Einladung ins Englische übersetzt – und plötzlich heißt die Familie anders. So findest du die Fehler, bevor der Link rausgeht
Send The Joy · 9. Oktober 2026 · 3 Min. Lesezeit

Ihr schreibt die Einladung auf Deutsch, kopiert den Text in den Übersetzer und setzt die englische Fassung in die Einladung. Der Link geht raus. Am Abend ruft deine Cousine an: Auf der Seite steht „Family Mountain“ statt Familie Berg, und als Ort liest sie „Sun Court Vineyard“ statt Weingut Sonnenhof. Sie weiß nicht, ob das ein Ort ist oder eine Beschreibung. Eine digitale Einladung wählst du direkt aus dem Katalog und verschickst sie noch am selben Tag – die Übersetzung ist der Teil, den du vorher selbst prüfen musst.
Die meisten Fehler in einer übersetzten Einladung sind keine Grammatikfehler. Es sind Felder: Namen, Orte, Uhrzeiten, Kleiderordnung. Genau dort arbeitet der Übersetzer am schlechtesten, weil er den Zusammenhang nicht kennt. Er sieht einen Satz, nicht die ganze Einladung mit ihren Szenen.
Automatische Übersetzung: Wo Eigennamen und Spitznamen kippen
Eigennamen haben in einer anderen Sprache keine Entsprechung – der Übersetzer sucht trotzdem eine. Aus „Familie Berg“ wird „Mountain Family“, aus dem „Weingut Sonnenhof“ ein „Sun Court Vineyard“. Das klingt nach einer Übersetzung und ist ein anderer Ort. Spitznamen wie „Oma Resi“, „der Tete“ oder „die Mädels aus Cádiz“ bleiben entweder stehen, wie sie sind, oder werden zu einem Wort, das bei euch niemand benutzt.
- Eigennamen, Spitznamen und Ortsnamen: gar nicht übersetzen, in beiden Sprachen gleich lassen.
- Uhrzeit und Datum in einem Format für beide Sprachen – nicht durch den Übersetzer schicken.
- Kleiderordnung mit Wörtern, die in beiden Sprachen gleich verstanden werden.
- Adresse und Kartenlink: nur übersetzen, was eine echte Übersetzung hat. Die Straße bleibt, wie sie heißt.
Jede Szene einzeln prüfen, nicht nur die Startseite
Eine digitale Einladung besteht aus mehreren Szenen, jede mit eigenen Feldern: Rubrik, Namen, Datum, Spruch und Ort. Wer nur die Startseite kontrolliert, übersieht den Rest. Geh die Szenen der Reihe nach durch und prüf in jeder Szene die Texte in beiden Sprachen. Der Zeichenzähler im Editor warnt dich, wenn der übersetzte Satz zu lang wird: „Save the date“ ist kürzer als „Datum reservieren“, und auf Deutsch wird der Satz noch länger.
Bleibt ein Feld in einer Sprache leer, sieht der Gast mitten in der Szene eine Lücke. Uhrzeit und Adresse gehören in dieselbe Runde: 19:30 Uhr braucht keine Übersetzung, „7:30 pm“ verwirrt aber jeden, der auf Deutsch liest. Bleib bei einem Format. Bei der Adresse übersetzt du nur, was wirklich übersetzt wird: „Carrer de la Pau“ bleibt „Carrer de la Pau“, damit das Taxi ankommt. Der Link zur Karte bleibt unangetastet.
Der Gäste-Test: einmal laut vorlesen lassen
Gib den Link jemandem, der die andere Sprache spricht – nicht dir selbst. Bitte ihn, dir Uhrzeit und Ort vorzulesen. Stockt er, schreib die Stelle neu, nicht die ganze Einladung. Lies danach nur die englische Fassung von oben nach unten: Wenn du an einer Stelle nicht mehr weißt, ob das die Trauung oder der Sektempfang ist, fehlt dort ein Wort. Kopier die übersetzten Sätze in eine Notiz auf dem Handy und vergleich sie Satz für Satz mit dem Original – die Wortstellung ändert sich, und manchmal kippt die Bedeutung.

Der Übersetzer kennt eure Hochzeit nicht. Du schon.
Warum eine digitale Einladung beide Sprachen trägt
Bei einer digitalen Einladung legst du den Inhalt pro Sprache in derselben Einladung an: ein Link für alle, keine zweite Fassung zum Pflegen. Findest du am nächsten Tag einen Fehler in der englischen Version, korrigierst du ihn – der Link bleibt derselbe, niemand muss neu angeschrieben werden. Deine Gäste installieren keine App, sie öffnen den Link im Browser, lesen in ihrer Sprache und bestätigen das RSVP auf derselben Seite. Eine Einladung kostet 29,99 EUR, einmal bezahlt, ohne Abo. Prüf die Uhrzeit in beiden Sprachen, lies die englische Fassung einmal laut – und schick den Link los.



